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Der Begriff Hunnen ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe zentralasiatischer Reitervölker mit nomadischer, später halbnomadischer
Lebensweise. Sie waren ursprünglich im Gebiet zwischen dem heute kirgisischen Yssykköl-See und der heutigen mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar beheimatet. In der Geschichte der Völkerwanderung
spielen sie eine entscheidende Rolle.
„Hunorum gens monumentis veteribus leviter nota ultra paludes Maeoticas glacialem oceanum accolens, omnem
modum feritatis excedit. [...] Hoc expeditum indomitumque hominum genus, externa praedandi aviditate flagrans inmani, per rapinas, finitimorum grassatum et caedes ad usque Halanos pervenit,
veteres Massagetas"
„Das Hunnenvolk, in alten Berichten nur wenig genannt, wohnt jenseits der Mäotischen Sümpfe zum Eismeer zu und ist über alle Maßen wild. [...] Diese kampftüchtige, unbändige Menschenrasse brennt
vor entsetzlicher Gier nach Raub fremden Gutes; plündernd und mordend überfiel sie damals ihre Grenznachbarn und drang bis zu den Alanen, den einstigen Massageten, vor." (Ammianus Marcellinus,
Res Gestae)
Der Bericht des römischen Geschichtsschreibers und ehemaligen Offiziers Ammianus Marcellinus, den dieser im 31. Buch seines Geschichtswerks darlegt, ist die einzige zusammenhängende Darstellung
des Einfalls der Hunnen. Ammianus, ein äußerst zuverlässiger Berichterstatter, wusste aber nur aus zweiter Hand von den Ereignissen, die sich um 375 außerhalb des römischen Blickfelds im Gebiet
der heutigen Ukraine ereigneten.
Die Hunnen untewarfen zunächst die Alanen und vernichteten dann das gotische Greutungenreich Ermanarichs in der heutigen Ukraine. Es wird jedoch angenommen, daß die Alanen wohl mit den Hunnen
kooperierten. Genaueres über die Hunnen ist bis heute jedoch nicht geklärt.
In den antiken Quellen wird übereinstimmend ihre Grausamkeit und Kulturlosigkeit herausgestellt, wobei der Begriff „Hunnen" später von westlichen Autoren allgemein benutzt wurde, um Völkergruppen
zu bezeichnen, die aus der zentralasiatischen Steppe auftauchten (wie vorher die Bezeichnung „Skythen"). Einige Christen sahen das plötzliche Auftauchen der Hunnen, die mit großer Brutalität und
Schnelligkeit agierten und mit den Kompositbögen eine neue Waffe einsetzten, sogar als eine Strafe Gottes an.
Nach dem überrschenden Tode Ruas (angeblich Frühjahr 434) wurde das Reich zwischen seinen Neffen bzw. Mundschuks Söhnen Bleda und Attila geteilt. Bleda erbte den Osten, Attila den Westen des
Reiches. Die beiden sollen gemeinsam regiert haben, aber Attilas Name wird bei allen politischen und kriegerischen Aktionen trotzdem allein erwähnt. Ende 444/Anfang 445 wurde ermordete Attila
seinen Bruder Bleda und dessen Anhänger. zwischen 441 und 447 verwüstete Attila den gesamten Balkanraum.
Kaiser Markian stellte die Tributzahlungen ein, und Attila musste sich nach einer neuen Quelle umsehen, zumal die europäischen Provinzen Ostroms bereits verwüstet waren.
Er zog gegen Westrom, wo er in Gallien 451 auf seinen einstigen Verbündeten Flavius Aëtius, den Statthalter Westroms.
Dieser schlug, zusammen mit den Franken, Burgunden und Westgoten, Attila und dessen Vasallen in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zurück. Die Schlacht endete ohne Sieger, beide Seiten
hatten schwere Verluste, aber die Moral der Hunnen war erschüttert, Attila mußte den Rückzug antreten.
453 heiratete Attila die Gotin Hildico und starb in der Hochzeitsnacht, sein Reich zerviel recht bald aufgrund innerer Auseinandersetzungen.
Link zu der Literaturangabe
Die italienische Renaissance gehört unbestreitbar zu den klassischen Epochen der Geschichte. Künstler wie Leonardo da Vinci, Raffael
oder Michelangelo prägen unser Bild dieser Epoche. Dieses Büchlein bietet eine knappe und dichte Charakteristik der Renaissance in Italien, die von Historie und Politik über Wirtschafts- und
Sozialstrukturen, Repräsentationsformen, Kunst und Gelehrsamkeit bis zur humanistischen Selbstdarstellung und zur Ausstrahlung all dieser Elemente in die europäische Umwelt reicht.
Auch wenn der Text bisweilen etwas sprunghaft wirkt gibt dieses Büchlein einen interessanten Überblick zum Thema.
Volker Reinhardt, Die Renaissance in Italien. Geschichte und Kultur, CH Beck Wissen, 2002.